|
|||||||||||
|
|||||||||||
|
Wie bildet und organisiert sich eine Baugemeinschaft? Die Mitglieder einer Baugemeinschaft finden sich z.T. über das Ansprechen von Freunden, Verwandten und Bekannten, z.T. über Werbung, Anzeigen und den Besuch von Informationsveranstaltungen. Verbindend sind die gemeinsamen speziellen Wohnvorstellungen. Oft geht die Initiative von einer Kerngruppe aus, die weitere Interessenten sucht. Auf Anfangstreffen werden gemeinsame Interessen besprochen und Vorstellungen entwickelt. Die Größe der Baugemeinschaft, Entscheidungsstrukturen und Organisationsformen müssen festgelegt und die Rechtsform geklärt werden. Gängig ist ein Zusammenschluss als Planungsgemeinschaft in Form einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR). Nach der Baufertigstellung kann die GbR beibehalten oder in eine Eigentümergemeinschaft nach dem Wohneigentumsgesetz (WEG) umgewandelt werden. Die Mitglieder einer Baugemeinschaft sind im rechtlichen Sinne Bauherren, d.h. Architekten, Projektleitung und Handwerker werden von ihnen direkt beauftragt (es besteht jedoch auch die Möglichkeit, einen Vertrag mit einem Bauträger zu schließen, der die Wohnungen und Häuser schlüsselfertig übergibt). Wesentlich für das Funktionieren eines Baugemeinschaftsprojekts ist die Wahl eines geeigneten Architekturbüros. Informationen über Architekten können Bauherren bei der Architektenkammer bekommen. Ein Baugruppenprojekt stellt besondere Anforderungen an den Architekten: Kooperationsbereitschaft, Kommunikations- und Moderationsfähigkeit und die Fähigkeit, die Wünsche der Gruppe in baubare Pläne umzusetzen. Die Entscheidungsmöglichkeiten müssen der Baugemeinschaft vom Architekten erläutert und Entscheidungsprozesse strukturiert werden. Auch während der Ausführungsphase ist eine Rückkoppelung zu den Wünschen der Baugemeinschaft nötig, die Eigenleistungen der Gruppe und Sonderwünsche der einzelnen Nutzer müssen fachlich koordiniert werden. Hilfreich für die Baugemeinschaft ist auch das Hinzuziehen eines erfahrenen Baubetreuers als kompetente Begleitung für die Projektorganisation. Er hilft bei der Finanzierungsplanung, dem Zahlungsplan und sonstigen auftretenden rechtlichen und steuerlichen Fragen. Das Bauen in der Gruppe bedeutet natürlich auch einen großen Abstimmungsaufwand in der Gruppe. Allen Beteiligten wird ein hohes Maß an Diskussionsbereitschaft und Kompromissfähigkeit abverlangt. |
|||||||||||